Bilaterale Wirtschaftsbeziehungen
Wirtschaftsbeziehungen zwischen Vietnam und Deutschland
Deutschland bleibt Vietnams größter Handelspartner innerhalb der EU: 2008 konnte ein Handelsvolumen in Höhe von 3,6 Mrd. USD (Vorjahr: 4 Mrd. USD) erzielt werden. Die vnm. Exporte nach Deutschland (2 Mrd. USD) übersteigen die Importe (1,6 Mrd. USD) deutlich, so dass sich der Handel mit Deutschland auf die – insgesamt stark defizitäre - vnm Handelsbilanz positiv auswirkt.
Wichtigste vietnamesische Exportprodukte nach Deutschland sind – in dieser Reihenfolge – Bekleidung (Gesamtwert 2008: 380 Mio. USD), Schuhe (370 Mio. USD), Robusta-Kaffee (260 Mio. USD), Meeresfrüchte (200 Mio. USD) und Holzprodukte (130 Mio. USD). Deutschland stellt sowohl für vietnamesischen Kaffee wie auch für schwarzen Pfeffer aus Vietnam den weltweit größten Markt dar. Mit Abstand wichtigstes vietnamesisches Einfuhrprodukt aus Deutschland sind Maschinen und Ausrüstungsgegenstände, 2008 im Gesamtwert von 950 Mio. USD. Vietnam hat das Ziel ausgegeben, sich bis 2020 zum "Industrieland" entwickeln zu wollen – und hält hieran trotz Weltwirtschaftskrise fest. In der Praxis äußert sich dies in einem hohen Bedarf an Maschinen und Fahrzeugen. Aufgrund eines in Vietnam generell wachsenden Qualitätsbewusstseins sowie wegen des hervorragenden Rufs, den Produkte 'made in Germany' in Vietnam genießen, profitieren deutsche Industrieprodukte von dieser Entwicklung in besonderem Maße.
Unser Bemühen, deutsche Unternehmensinteressen bei „Leuchtturmprojekten“ zur Geltung zu bringen, hält an. Größte geplante Projekte sind der Bau einer U-Bahn für Ho-Chi-Minh-Stadt und der Neubau des Parlamentsgebäudes. Ein weiteres Großprojekt, bei dem deutsche Firmen auf Beteiligung hoffen, ist die Errichtung bzw. der Betrieb des neuen Flughafens in Ho-Chi-Minh-Stadt.
Die Delegation des DIHK mit Büros in Hanoi und Ho-Chi-Minh-Stadt wird vom Delegierten der Deutschen Wirtschaft geleitet. Die AHK Vietnam ist keine Mitgliederorganisation, da die andernorts übliche bilaterale Ausrichtung (d.h. Aufnahme von deutschen und vietnamesischen Mitgliedern) in Vietnam bislang keine staatliche Billigung erfährt. In Hanoi ist auch eine Korrespondentin von 'Germany Trade and Invest' (vormals Bundesagentur für Arbeit, bfai) akkreditiert. Darüber hinaus gibt es eine schlagkräftige deutsche Kaufmannschaft (Sitz in Ho-Chi-Minh-Stadt), in der sich 150 deutsche Unternehmen organisiert haben.